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HILFE!

ICH HABE JEMANDEN DURCH SUIZID VERLOREN

Ein Suizid ist für Angehörige und alle weiteren Personen, die durch den Verlust getroffen sind, ein schwerer Schock. Der Verlust verändert das Leben der Hinterbliebenen grundlegend und der Trauerprozess stellt durch die vielfältigen Gefühle (Schuldgefühle, Ohnmachtsgefühle, Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit, Ärger und Wut) eine große Herausforderung dar.

Es kann sein, dass dir* in den ersten Tagen alles unwirklich erscheint oder dass du gar nichts fühlst. Das ist völlig in Ordnung, du befindest dich in einer psychischen Ausnahmesituation. Es gibt in diesem Gefühlschaos kein richtig oder falsch, alle Gefühle sind normal und brauchen Zeit und Raum! Auch Gefühle wie Wut und Scham können aufkommen und sollten Raum bekommen, in dem sie angesprochen werden. Darüber hinaus sind körperliche Reaktionen wie Schlafstörungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen normal. Emotional anstrengende Prozesse sind in körperlicher Erschöpfung spürbar.

Nimm Hilfe aus dem Umfeld an und trau dich zu sagen, was du möchtest/brauchst und was nicht!

Auch wenn der Suizid schon länger her ist, das Trauerjahr ist nicht nach einem Jahr vorbei. Die eigentliche Trauerphase nach einem Suizid beginnt erst später, die Wirklichkeit und Endgültigkeit des Todes zu begreifen, ist eine zu bewältigende Aufgabe, die von individuellen Herausforderungen geprägt ist.

Viele Menschen erleben es als hilfreich, möglichst offen über das Geschehene und die Zeit davor zu sprechen. Sollte dies im nahen Umfeld nicht möglich sein, kannst du jederzeit professionelle Hilfe/Trauerbegleitung in Anspruch nehmen oder dich organsierten Selbsthilfe-Gruppen anschließen. In der AGUS-Selbsthilfegruppe können Erfahrungen und Informationen ausgetauscht werden. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat im Haus der Selbsthilfe in der Kölner Innenstadt, ist kostenlos und offen für jede*n, egal wie lange der Suizid bereits zurückliegt.

Kinder trauern anders

Kinder erleben Trauer anders als Erwachsene. Sie trauern nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft. Ihre Trauer äußert sich mehr durch ihre Verhaltensweisen und weniger durch verbale Äußerungen. Kinder sind mit wechselhaften Gefühlen konfrontiert, die von Wut und Panik bis zu Heiterkeit, Dankbarkeit und Liebe reichen können. Es ist wichtig und hilfreich, die Trauer von Kindern gut begleiten zu lassen.

Weitere Informationen und Anlaufstellen für die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen findest du im Bereich Kontaktadressen.

 

*Da Suizidalität für Betroffene und Angehörige ein sehr persönliches Thema ist und wir Grenzen abbauen möchten, haben wir uns für ein “Du” in der Anrede entschieden.

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